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12.12.2017

Caritas fordert: Mehr für die berufliche Qualifizierung von alleinerziehenden Frauen tun

Langzeitarbeitslose Frauen in der Stadt Mönchengladbach haben es schwerer als Männer, beruflich Fuß zu fassen. Das geht aus dem Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW hervor, zu der auch der Caritasverband für das Bistum Aachen gehört. Das hängt vor allem mit fehlenden beruflichen Qualifikationen und der Betreuung der Kinder zusammen.

In der Stadt Mönchengladbach waren im September 2017 genau 6.858 Frauen arbeitslos gemeldet. 45 Prozent von ihnen waren langzeitarbeitslos. Wie aus dem Arbeitslosenreport weiter hervorgeht, waren 22 Prozent von ihnen – das sind 1.534 aller arbeitslosen Frauen in der Stadt Mönchengladbach. – alleinerziehend und mussten bei der Arbeitssuche die Betreuung von einem oder mehreren Kindern alleine organisieren. „Wenn das nicht klappt, drohen diese Frauen mit ihren Kindern in Armut zu geraten – jetzt und auch später bei der Rente“, sagt der Aachener Diözesancaritasdirektor Burkard Schröders. Daher sei es notwendig, in der Stadt Mönchengladbach und in den anderen Kommunen weitere Betreuungsplätze für Kinder zu schaffen. „Das müsste so geschehen, dass die Frauen auch die Möglichkeit haben, Arbeiten anzunehmen, deren Anfangs- und Endzeiten außerhalb der bislang üblichen Öffnungszeiten für Einrichtungen der Kinderbetreuung liegen“, sagt Schröders.

Roman Schlag, Fachreferent für Arbeitsmarktfragen beim Caritasverband für das Bistum Aachen, fordert Rahmenbedingungen, die es auch alleinerziehenden Frauen ermöglichen, fehlende Qualifikationen nachzuholen. Dazu gehöre auch die flexible Kinderbetreuung. Von den 6.858 arbeitslosen Frauen in der Stadt Mönchengladbach zum Beispiel hatten im September 2017 rund 63 Prozent keine abgeschlossene Berufsausbildung. „Dieses Bildungs- und Fachkräftepotential können wir nicht länger brachliegen lassen. Wir brauchen mehr Möglichkeiten der Ausbildung in Teilzeit oder in Modulen. Denn gute berufliche Qualifikation soll Frauen vor prekären Arbeitsverhältnissen schützen“, sagt Schlag.

Aus dem Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege geht auch hervor, dass in der Stadt Mönchengladbach der Frauenanteil an arbeitsmarktpolitischen Fördermaßnahmen von Jobcenter und Arbeitsagentur erhöht werden muss. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestbeteiligung von Frauen an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik, die mindestens ihrem Anteil an den Arbeitslosen und ihrer relativen Betroffenheit von Arbeitslosigkeit entspricht. Bei einem Frauenanteil von 47 Prozent an allen Arbeitslosen in der Stadt Mönchengladbach liegt der Frauenanteil in den Maßnahmen der Agentur für Arbeit bzw. Jobcentern allerdings nur bei 41 Prozent.

Gegenwärtig sind laut Arbeitslosenreport NRW mehr als 156.000 Frauen in NRW trotz Arbeit als so genannte Aufstocker auf aufstockende Hartz-IV-Leistungen angewiesen. „Damit tragen Frauen ein doppeltes Risiko: Zum einen zahlen sie weniger oder gar nicht in die sozialen Sicherungssysteme ein und sind deshalb von Altersarmut bedroht, zum anderen führt die Beschäftigung in Minijobs oft in berufliche Sackgassen und verbaut ihnen langfristig den Weg in existenz- und alterssichernde Arbeit“, sagt Roman Schlag. In der Stadt Mönchengladbach lag der Frauenanteil an allen Aufstocken mit 3.343 bei 51 Prozent.

„Wer die drohende Armutsspirale durchbrechen möchte, braucht auch eine gleichstellungsorientierte Familien- und Arbeitsmarktpolitik“, sagt Diözesancaritasdirektor Burkard Schröders. Dazu gehöre, stärker in berufliche Qualifizierung von arbeitslosen Frauen zu investieren, mehr flexible Kinderbetreuungsmöglichkeiten vor Ort zu schaffen und an die Lebensrealitäten von Alleinerziehenden angepasste Teilzeitausbildungen anzubieten.

 

 

 

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